«Die poetischen Namen dieser Bewegungen reichen von Alltagserfahrungen
bis zur mystischen Sehnsucht nach Weite und Tiefe, vom Rudern des Bootes
auf dem See bis zur Seide, die in der Luft schwebt und zu den Händen,
die die Wolken berühren. Traum und Kraft, Sehnsucht und Widerstand,
die Erscheinung des Besonderen im Alltäglichen sind in diese Namen
eingeschrieben. In den Bewegungen nehmen sie Gestalt an. Dabei lockern
sich nicht nur verspannte Muskeln, sondern auch unsere oft gespannte
Seele darf ohne Hast atmen und fliessen.»
(Aus einer Ausschreibung zu einem Shibashi-Angebot im Boldernhaus
Zürich)
Shibashi
- ist eine einfache Form der Meditation in 18 Bewegungsbildern, deren
poetische Namen aus der Natur stammen
- wird auch als Tai Ji Qi Gong bezeichnet, da es sich um Qi-Übungen
handelt, die mehrmals wiederholt werden (Qi Gong) und ausserdem in
einer festen Abfolge stehen (Tai Ji).
- ist Meditation – eine Übung und Einladung, sich einzufinden
in die Gegenwart, ins Hier und Jetzt, in der Begegnung stattfindet:
mit mir selbst, mit jedem Du, mit der Natur und mit dem Geheimnis
und nährenden Urquell des Lebens, dem Göttlichen, das in
allem atmet.
- ist·gesundheitsfördernd, eine Form von Stressmanagement:
Es harmonisiert den Qi-Fluss im Körper, beruhigt und weckt den
Geist, nährt die Zellen mit frischem Atem, stärkt Gelenke,
Muskeln und Organe. Es ist auch als die 18 Gesundheitsübungen
des Qi Gong bekannt.
Wie verstehen und vermitteln wir Shibashi?
Als Einübung und Erfahrung der Verbundenheit mit allem, was ist.
Shibashi ist eine Form, um die traditionellen abendländischen Gegensätze
zu verbinden und dadurch ein Stück Heilung zu erfahren. Körper
und Spiritualität, Himmel und Erde, Ruhe und Bewegung, Gott und
Welt finden wieder zueinander.
Durch Körperübungen und das vertiefte Üben einzelner
Bewegungsbilder werden spirituelle Grundhaltungen eingeübt und
erfahren (wie z.B. Verbindung von Himmel und Erde, Tun und Lassen, bei
mir sein und mich öffnen für die Welt, trotz Bewegung und
Hektik im Alltag verwurzelt und verankert sein im Grösseren). Shibashi
wird so zum Erfahrungsweg mit sich selbst und der Mitwelt.
Östliche und westliche Spiritualität: begleitende Texten
und Impulse zeigen Verbindungen zur eigenen christlichen Tradition auf,
besonders zur Schöpfungs-theologie und Mystik. Ziel der so verstandenen
Spiritualität ist ein Hineinwachsen in die allumfassende Ganzheit,
welche zu einem Einstehen für die Würde allen Lebens führt
- ein Ineinandergreifen von Mystik und Politik.
"In der Einfachheit liegt Kraft." Diann
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